Krawalle in London

Ich fand es in den letzten Tagen echt schwer etwas zu bloggen. Einerseits beschäftigen mich die Krawalle in London sehr, auch wenn ich nicht direkt davon betroffen bin/war. Ja, ich arbeite in London, ziemlich zentral sogar, allerdings habe ich persönlich nichts davon mitbekommen. Natürlich hat jeder davon gesprochen. Natürlich war es in allen Zeitungen und auf allen Kanälen im Fernsehen und Radio. Die Nachrichten sprachen von so gut wie nichts anderem mehr. Allerdings: Es hätte überall passiert sein koennen, so wenig wie ich persönlich davon betroffen war. Wäre es nicht um die all gegenwärtige Berichterstattung, hätte ich in London selbst (zumindest auf meinem Weg zur Arbeit und um unser Gebäude herum) nichts von den Krawallen mitbekommen – ausser dass ich mehr Polizei gesehen hab, aber auch nicht Unmengen.

Natuerlich machten sich meine Familie und Freunde in Deutschland Gedanken, sorgen sich um mein Wohlergehen und sind mehr als erstaunt wenn ich berichte, dass ich von den Krawallen gar nicht betroffen war. Wir sind ganz normal arbeiten gegangen, es gab keinerlei Probleme (ausser die Massen an Touristen auf der Towerbridge 😉 aber das ist ein anderes Thema ;)) – ich bin mir nicht mal sicher ob ich ueberhaupt jemanden mit einer Kaputzenmuetze gesehen habe.. Allerdings muss ich an der Sorge meiner Familie/Freunde der internationalen Berichterstattung  Schuld geben, angeblich war London in kompletter Anarchie und jeder in Lebensgefahr!! Stimmt so ueberhaupt nicht! Ich will es nicht verniedlichen, auf keinen Fall, was passiert ist war schrecklich und haette so nie passieren duerfen! Erst recht nicht so grundlos! Aber das die Medien dass alles noch um so mehr aufbauschen muessen, dass geht auch ein wenig zu weit.. Berichterstattung schoen und gut, aber bitte sachlich bleiben!

Was mich allerdings bedrückte ist die Tatsache, dass es eben nicht nur die im fernsehen vielfach dargestellten ‘Teenager aus ärmeren Verhältnissen’ waren, die die Geschäfte ausgeräumt haben, sondern auch Lehrassistenten und ‘normale’ Mitbürger, die einfach meinten ‘da mitmachen zu muessen’ und ‘wenn sich andere bedienen, mach ich das auch’.. Niemand dachte an die Besitzer der Geschaefte, an diejenigen, die oberhalb dieser brennenden Geschaefte wohn(t)en oder wie viele Menschen in diesen paar Tagen alles verloren haben.. Jeder ist nur sich selbst der naechste, ich ich ich, meins meins meins, alles mir und noch ein bisschen mehr fuer mich, wenn wir schon dabei sind! bitteschoen!  Man koennte echt den Mut verlieren, wenn man sich ueberlegt, das einen westliche Metropole von ihren eigenen Mitbuergern so geschaedigt wird, dass man sich als ‘normaler Bewohner’ dann doch schon ueberlegen muss, mit wem man da denn eigentlich in dieser Stadt zusammen lebt..

Auf der anderen Seite wäre es auch mal ganz nett von etwas anderem zu hören, oder sich um etwas anderes zu kümmern, allerdings: ist man dann nicht ignorant dem aktuellen Geschehen gegenüber? Kann man einfach so seine eigenen Gedanken voranstellen und was auch immer um einen herum geschieht aussen vor lassen – auch wenn nur in dem eigenem Blog?

Lange war ich mir nicht sicher ob und wie ich zu den Krawallen in London Stellung nehmen kann, und ich habe mich nun entschieden, die Berichterstattung wikipedia zu ueberlassen *click* =)  

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